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SIMON VILLIGER, 01. November 2022

Unser Ambassador Simon Villiger hat es geschafft. Er ist zurück in Indien, seinem hochgeliebten Land. Wenn man so seine Berichte liest, wird einem auch klar warum er es so liebt. Zumindest kennen wir nicht viele Personen, die so viele Sachen beim Urlaub erleben.

Zurück in Indien, zweieinhalb Jahre sind wir alle auf die eine oder andere Weise fest gesessen und mit neuen Herausforderungen konfrontiert worden. Trotzdem ist die Zeit nicht stehen geblieben. Indien ist da keine Ausnahme; ich weiss noch nicht genau, was sich alles verändert hat, aber etwas im Bewusstsein der Menschen sicherlich.

Angekommen in Delhi, die 20-Millionen-Stadt sagt hallo, mit 45 Grad und einer unerträglichen Luftfeuchtigkeit. Hier war Covid im 2021 dramatisch und hat viele Opfer gefordert. Dinge, die mir Freunde hier schildern, sind haarsträubend. Die Regierung hatte zuvor alle Massnahmen aufgehoben und sämtliche hinduistischen Feste wurden gefeiert und Millionen von Menschen versammelten sich. Menschen starben auf den Strassen vor Spitälern und der Schwarzmarkt für Sauerstoff hatte Hochkonjunktur. Heute merkt man kaum noch was davon, nur vereinzelt sieht man noch Menschen mit Masken.

Um der Hitze zu entgehen, verschanze ich mich in einem der Luxushotels, die zahlreich in der Nähe des Flughafens angesiedelt sind. Da ich morgens um 3 Uhr gelandet bin, ist einiges an Zeit zu überbrücken bis mein Zug Richtung McLeod Ganj startet. Ich schleime mich etwas bei der Rezeptionistin Angelee ein, damit ich die Zeit bis zur Eröffnung des Frühstücksbüffets mit einem Kaffee in der Lobby absitzen kann. Zu erwähnen gibt es, dass das Frühstück ausgezeichnet war. Später nehme ich mir dann ein Taxi zum New Delhi Bahnhof.

Hier noch kurz 30 Minuten in der Hitze ausharren bis der Zug einfährt und ich mich in der ersten Klasse AC hinlegen kann. Nach sieben Stunden entspannter Zugfahrt, Zwischenstation. Ich bin ein paar hundert Kilometer weiter nördlich, zu meinem Glück ist es nicht mehr ganz so heiss, aber immer noch zu warm für einen Schweizer Buben. Mit Freude beobachte ich wie mein grosser Bruder Anil mit dem Jeep zufährt, Gepäck aufladen und los gehts Richtung Naddi. Unser erster Stopp ist der Weinshop, ein gut gekühltes Bier auf den Weg, was gibts besseres. Zweiter Stopp Chicken shop, Hühnchen aus dem Tandoor Ofen. Dritter Stopp, Hühnchen und Bier am Strassenrand.

Nach guten 3,5 Stunden Jeepfahrt Endstation in Naddi, das Dorf liegt auf ca. 2000 m.ü.M und mit viel Wald rund um das Dorf. Klimatisch perfekt zwischen 18 und 28 Grad, nur der Monsun zwischen Juli und August kann etwas aufs Gemüt schlagen. Das tiefe Grün der üppig wachsenden Flora entschädigt für die konstant leicht feuchten Klamotten, die Blutegel und die kleinen Schlammlawinen, die es immer wieder mal gibt.

Es fühlt sich gut an endlich wieder in Indien zu sein. Die ersten 2 Wochen in Naddi waren entspannt, gemütlich, mit Streifzügen durch die Wälder in Himachal Pradesh. Danach hat es mich erwischt, Covid sagt Hallo zu Simon. Etwas Fieber und mühsame Halsschmerzen als wären kleine Nadeln im Hals, die versuchen in mein Inneres zu stossen. Eineinhalb Wochen waren die Nadeln aktiv und danach unerträgliche Müdigkeit.

Zwei Wochen später war ich dann fit genug mich auf den Weg Richtung Ladakh zu machen. Nach ein paar weiteren Tagen in Naddi, mit Monsun und einem weiteren Blutegel am rechten Fuss, hat mich dann mein Taxifahrer von hier überredet, mit ihm nach Ladakh zu fahren. Swaroop ein Gaddi aus Naddi, dem Bergvolk in Himachal Pradesh hat einen Maruti Suzuki Alto, ein wirklich kleines Auto, damit überquerten wir die Pässe nach Leh. Ich muss gestehen, dass ich nach 3 Tagen in diesem kleinen Auto langsam an die Grenzen meiner Geduld gekommen bin. Zwischendurch war Swaroop so langsam unterwegs, dass ich dachte, wir würden das Ziel nie erreichen.

Sicher und gesund in Leh angekommen und ein Zimmer in meinem Lieblingsgasthaus Saiman bekommen. Shahida, die Besitzerin, ist eine herzliche Gastgeberin. An meinem ersten Tag in Leh war auch Ashoura, der zehnte Tag von Muharram, dem ersten Monat des islamischen Kalenders, der weltweit zum Gedenken an das Martyrium von Imam Hussein, dem Enkel des Propheten Mohammed, begangen wird.

Mehr Bilder und Infos zu meiner Reise findet ihr hier https://www.simonvilliger.com/muharram-in-ladakh-2022


Simon Villiger

Reisefotograf & LINGS Ambassador

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Reise gemeinsam mit Simon

Lieblingsgegenstand bei LINGS: Nikon D850

One comment on “Blutegel, Covid und viele Begegnungen in Indien

  1. Super schöner Beitrag und Bilder. Da bekomme ich gleich Lust wieder nach Indien zu reisen. 👏

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