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Retus ein Fan von LINGS mit spannenden Tätigkeiten. Erfahre mehr über sein Hobby – die Konzertfotografie.

Das Licht im Saal geht aus, die Hintergrundmusik verstummt und die Menge beginnt zu kreischen. Scheinwerfer erhellen die Bühne. Mein Moment naht und ich trete, verfolgt von gespannten Blicken, vor die Menge. Ein Tuscheln macht sich breit.
«Ich kann nichts sehen», sagen die Einen, «ich habe für meinen Platz den ganzen Tag angestanden», die  Anderen.

Nein, ich bin kein Popstar und schon gar keine Rocklegende, sondern Konzertfotograf. Ich begebe mich mehrmals wöchentlich auf den schmalen Grat zwischen «den Konzertzuschauern im Weg stehen» und dem best möglichen Platz im Konzertgraben verteidigen. 

Als Konzertfotograf durchstöbere ich Kalender von Veranstaltern und schreibe Mails mit Akkreditierungsanfragen, danach heisst es abwarten; abwarten auf die Zu- oder Absage, dies kann einige Tage oder auch erst ein paar Stunden vor dem Konzert sein. Habe ich eine Zusage, packe ich meine zwei Fujifilm Kameras, zwei lichtstarke Objektive und meinen Laptop und mache mich auf den Weg, um an der Abendkasse meinen Fotopass abzuholen. Oft heisst es dann: «So wie immer: 3 Songs, No Flash aus dem Graben». Ich nehme den Pass und begebe mich zum abgemachten Warteraum. Langsam steigt die Nervosität und ich lösche noch schnell die Bilder des letzten Konzerts auf den Kameras und stelle meine «Beginn-Parameter» ein: ISO 3200, Blende 2.8 und eine Belichtungszeit von 1/250. 
Wer Konzerte fotografiert, darf nicht zimperlich sein mit dem ISO-Rädchen, schlechte und stark wechselnde Lichtbedingungen, schnell umherhüpfende Sänger und wenig Platz im Konzertgraben machen diese Disziplin zu einer der Schwierigsten und fordern Fotograf und Kamera alles ab, dazu kommt der Zeitdruck von nur drei Liedern, das kann von wenigen Minuten bis zu 20 min alles bedeuten. 

Weshalb aber nimmt man diese «Strapazen» auf sich? Wegen des Geldes bestimmt nicht, denn kaum jemand ist bereit einen finanziell zu entlöhnen, weder Veranstalter, Online-Magazine oder Konzerthallen, und wenn doch, dann am liebsten so billig wie möglich, dafür habe ich seit etwas mehr als einem Jahr nicht mehr für Konzerte bezahlt, und stehe (wenn auch nur die ersten drei Songs) so gut wie immer in der vordersten Reihe. Ich selbst fotografiere, obschon ich als Freelancer bei zwei Konzert-Locations in der Schweiz angestellt bin, hauptsächlich für mich und publiziere meine Bilder auf meiner Homepage und Instagram, sowie auf denen der Konzerthallen. Trotz der finanziell eher unattraktiven Lage und dem Stress während des Fotografierens überwiegt die Leidenschaft zur Musik und Fotografie sowie das Gefühl, wenn man seine Bilder nach dem stundenlangen Bearbeiten betrachtet und Stolz aufkommt. Zudem ist jedes Konzert wie ein riesen Überraschungsei. Man kommt an einen Ort, von welchem man kaum weiss, wie er aussieht, auch wenn man schon oft dort war, weiss, trotz Vorbereitung nie so richtig, was auf einen zukommt, und schon gar nicht, wie die Bilder am Ende herauskommen. 


Retus Rieben

Konzertfotograf

Lieblingsgegenstand bei LINGS: Fuji XF 16-55mm 2.8

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