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DANIEL KNECHT, 18.07.2019

Daniel Knecht ist ein LINGS Kunde, der immer sehr abenteuerlich mit seinem Bike unterwegs ist. Er nimmt dich mit auf ein Bike-Abenteuer in Crans-Montana. Auch verrät er dir, weshalb bei dieser Tour eine kleine Schaufel vielleicht ganz praktisch ist.

Sierre, Crans-Montana, Plaine Morte, Wildstrubelhütte, Rawilpass, Lac de Tseuzier, Luc, St. Leonard

Die Uphill-Passagen ab Plaine Morte sind mal abgesehen von der Höhenluft keine Herausforderung, die endlos lange Abfahrt hat es aber in sich. Höhenangst, Angst im Dunkeln und Platzangst sind hier fehl am Platz und ganz wichtig: Ohne Werkzeug ist man aufgeschmissen.

UPHILL

In Sierre/Siders folge ich der roten Linie, die mich zur Standseilbahn nach Crans-Montana bringt und trete danach hoch zur Station Violettes. Das sind eigentlich nur ein paar Höhenmeter auf der Teerstrasse, ich spüre aber, dass ich mich am Vortag schon ziemlich gut verausgabt habe.

Nach der Mittelstation folgt eine der schönsten Gondelfahrten weit und breit. Schon längst über der Baumgrenze schwebt die Gondel durch eine Wolke und eröffnet kurz darauf die Sicht auf eine karge, aber wunderschön hochalpine Berglandschaft frei.

Oben angekommen verschwende ich keine Zeit und hüpfe gleich auf mein Bike, sokommen sich Bike und Wanderer nicht in die Quere. Auf der ersten Anhöhe hat man die beste Aussicht auf den Plateaugletscher „Plaine Morte“, ein Panorama, dass sich einbrennt. Immer mit Aussicht auf das Plateau beginnt ein rasanter Trail der mit einer ersten Schiebepassage endet. Nach einer kurzen Traverse folgt die nächste und einzig längere Uphill-Schiebepassage. Wer die Tour zu früh in Angriff nimmt, findet garantiert noch ein paar hartnäckige Schneefelder…ich spreche aus Erfahrung. Heute habe ich Glück, kein Schnee im Uphill und nur zwei weisse Stellen auf dem Trail zur Wildstrubelhütte.

DOWNHILL

Die Wisshorelücke markiert das Ende der Schiebepassage, jetzt liegt eine Abfahrt vor mir, die Ihresgleichen sucht. Über 2000 Höhenmeter Abfahrt und beinahe alles auf Singletrails. Bis zur Wildstrubelhütte fährt es sich bis auf ein Schneefeld und ein paar Steinplatten nicht schlecht, direkt nach der Hütte wird es aber richtig interessant. Der Trail runter zum Rawilseeleni ist stellenweise extrem steil und den Rutschspuren im lehmigen Untergrund ist zu entnehmen, dass hier auch Wanderer etwas Mühe im Auf- oder Abstieg hatten. Ganz ohne Rutschen geht es auch bei mir nicht, aber irgendwo findet mein 29er eigentlich immer Halt. Der Trail wird immer flüssiger und der Untergrund immer griffiger und trotzdem ist volle Konzentration angesagt, ein Sturz oder eine Panne hätte eine ziemlich lange Wanderung zur Folge und dafür sind die Trails hier oben einfach zu schön.

An einer Stelle steige ich ab und erkunde diese zuerst zu Fuss. Eine kurze, schlammige Rutschbahn mit steinigem Abschluss. Ich suche mir eine Linie aus und lege am ca. 1.5m hohen und steilen Ende der Rutschbahn 2 Steine hin, damit ich meine Line nicht verpasse. Natürlich rutsche ich schön neben meiner Markierung vorbei, absprungbereit und mit einem Fuss in der Luft, schaffe ich die Stelle aber trotzdem irgendwie. Auf einen zweiten, sauberen Versuch verzichte ich.

Die Strecke vom Rawilpass zum Lac de Tseuzier ist einfacher zu befahren und ich bin dementsprechend schnell unterwegs, beim Lac de Tseuzier geniesse ich dafür die Landschaft umso mehr. Nach dem See müssen leider ein paar Tiefenmeter auf einem Feldweg gefahren werden, mein Trailherz blutet. Es schlägt dafür umso höher bei dem stellenweise kaum lenkerbreiten Trail entlang einer steil abfallenden Felswand. Der Weg ist so schmal, dass das Bike auf einer Mauer neben dem Abgrund geschoben werden muss, während man selbst bemüht ist, sich den Kopf nicht an der überhängenden Felsdecke zu stossen.

Einem alten Wasserkanal entlang führt der Trail jetzt nach Luc und danach wieder in den Wald. Die Trails sind staubig und es kommt richtig viel Flow auf. Der Trail endet etwas abrupt vor einer Felswand. Hinter einer Aufschüttung ist ein kleines, ca. 50cm breites Loch in der Wand. Das ist die Schlüsselstelle, oder besser „Die Inbus-Schlüsselstelle“.

Mit dem Werkzeug löse ich den Lenker und drehe diesen um 90 Grad. Lenker und Vorderrad bilden eine Linie. Vor dem Tunneleingang liegt mittlerweile ziemlich viel Schutt. Ich muss die Federgabel richtig durchdrücken, während ich mich selbst schon fast sitzend durch die schmale Öffnung quetsche.

Auf spassigen Singletrails geht es nun weiter bis ich das Weinanbaugebiet oberhalb St. Leonard erreiche, hier hat man nun die Möglichkeit nach Sion in stetem auf und ab durch Weinreben zu fahren oder den etwas direkteren Weg zum nächsten Bahnhof zu suchen. Ich wähle den direkten Weg und geniesse einen letzten Singletrail.

Plaine Morte: Ein Abenteuer das auf die Bucketlist gehört, mindestens einmal pro Saison. Neben dem Inbusschlüssel kommt beim nächsten Besuch wahrscheinlich noch eine kleine Schaufel in den Rucksack. ⛏


Bildergebnis für daniel knecht

Daniel Knecht

Selbständiger Kameramann/ Cutter & Schulungsleiter
&
LINGS-Kunde

@2radwanderer
@Daniel Knecht

Lieblingsgegenstand bei LINGS: EVIL Insurgent – LB

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