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Simon Villiger, 22.05.2019

Erfahre wohin Simon Villiger der Hitze entflieht und was er sonst noch mit Einheimischen in Indien erlebt.

Es war fantastisch, aber leider viel zu kurz und etwas heiss. Es ist wohl nicht die beste Zeit, um Rajasthan zu besuchen. Momentan klettert das Thermometer gegen 45 Grad. Besonders nach 14 Uhr fühlt es sich an der Sonne an wie 200 Grad. Wobei der Vorteil darin liegt, dass es kaum Touristen hat und die Preise der Hotels und Gasthäuser sehr niedrig sind. Alles scheint sehr träge zu sein und es passiert sehr wenig auf den Strassen. Hier liegt die Herausforderung beim Fotografen.

Natürlich ist man selber auch sehr träge und das Schlafen fällt einem schwer in dieser Hitze. Ich versuche vom klimatisierten Zimmern weg zu bleiben, denn man gewöhnt sich so (so glaube ich) schneller an die Hitze. Zudem schont es auch das Portemonnaie.

Ich habe mir eine Royal Enfield (Bullet) gemietet und wir machen uns auf den Weg in die Weiten der Thar Wüste, raus in die Hitze. Nach einer Stunde treffen wir auf eine feiernde Gesellschaft in einem Chhatarpati Temple, in dem eine Familie eine Geburt feiert. Wir werden eingeladen, mit ihnen zu essen und zu trinken. Es gibt Ziege. Sie wird speziell für diesen Anlass geopfert. Die Opferung der Ziege darf ich nicht fotografieren, da es seit einigen Jahren verboten ist, Tiere zu opfern.

Auf unserer Weiterreise treffen wir auf Channaram und seine Frau. Bei ihnen dürfen wir in der Wüste unter freiem Himmel übernachten. Die Nächte sind angenehm, der Tag umso heisser. Nach 13 Uhr ist es über 45 Grad warm und jede Form der Fortbewegung wird zum Extremsport. Naja, ich will ja nicht jammern, ich habe es mir selber so ausgesucht.

Am zweiten Abend wird gefeiert, wir verbringen den Tag in einem kleinen Dorf, wo wir auf Musiker und Tänzerinnen treffen. Ich engagiere die Truppe für die heutige Party. Als sie erfuhren, dass es nur vegetarische Essen geben werde, habe ich dies lautstark zu spüren gekriegt.  So habe ich dann noch ein Kilo Ziege gekauft. Auch die Frage nach dem Getränk war nicht so einfach zu beantworten. Schlussendlich habe ich Bier gekauft, so dass alle zufrieden waren. 

Wir wollten ein Feuer machen. Doch sie sagen uns, dass wir ja kein Feuer machen sollen, es sei zu warm dafür. Denn durch die zusätzliche Wärme könnten Schlangen angelockt werden. Hier lebt die Sandrasselotter, eine hochgiftige Schlange. So haben wir dann zwei kurze und kleine Feuer gemacht. Sie haben die Stimmung in der ansonsten kompletten Dunkelheit angehoben. Ich traue mich aber kaum weiter als vier Meter weg vom Feuer, da alle nach Schlangen Ausschau halten. In der Thar Wüste gibt es 25 verschiedene Arten von Schlangen.

Wir verbrachten einen wunderbaren Abend, niemand wurde gebissen, alle hatten Spass und es entstanden neue Freundschaften. Am nächsten Tag ging es zurück nach Jaiselmer.

Ich habe meine Rajasthan-Reise unterdessen abgebrochen. Die Hitze hat mir zu viel Energie geraubt und die konstante Müdigkeit zehrte an meiner Substanz. Nun bin ich auf dem Weg zurück in das Hochland des Himalajas.

Namaste Simon


Simon Villiger

Reise- und Streetlife-Fotograf

Ambassador bei LINGS

Lieblingsgegenstand bei LINGS: Nikon Objektiv 24 mm F1.4

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