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Abenteuerreisen, 08.01.2019

Peru, wird oft der Himalaya von Südamerika genannt. Ob dem so ist, wusste ich vor dieser Reko-Tour nicht. Bilder und Infos aus dem Internet liessen mich zwar erahnen, was uns erwarten könnte, jedoch kann man ein Erlebnis vor Ort nicht mit Bildern aus dem Internet ersetzen. Mein Kollege und Begleiter war im Jahr 1981 bereits in Peru und bestieg viele der Fünf- und Sechstausender in der Cordillera Blanca. Er hatte eine klare Vorstellung davon, was uns hier in Peru erwartet. Seine Erfahrung war sehr hilfreich und bereichernd. Nun lass mich von unseren Erfahrungen unserer ersten Reise nach Peru mit dem Mountainbike erzählen.

In Lima fliegen wir am selben Tag weiter nach Cuzco. Wenn man nach Cuzco fliegt und das Flugzeug zum Landen ansetzt, fühlt man sich direkt in den Bergen. Etwas verwirrend ist zuerst, dass das Flugzeug mitten in die Millionenstadt fliegt. Die Stadt zeigt sich aber schnell von ihrer schönen Seite. Aufgeräumt und mit Charme empfängt einem Cuzco. Die ersten zwei Tage gönnen wir uns ein wenig Ruhe und geben uns Zeit um zu akklimatisieren. Cuzco liegt bereits auf 3400 MüM und beim Treppenlaufen macht sich diese Höhe schnell bemerkbar. Öfters mal ein Maté Coca hilft da sehr. Nur im Bett liegen können wir aber nicht und es zieht uns zu den Ruinen von Saqsaywaman. Wie im 14. Jahrhundert diese riesigen Steinblöcke an diesen Ort transportiert und so passgenau ineinandergefügt wurden, fragen wir uns.

Am nächsten Tag starten wir bereits auf unseren ersten Trail. Der Shuttle bringt uns zu bekannten Antennen, in der Nähe von Cuzco. Eine fantastische Sicht in endlose Weiten öffnet sich. In Peru sind die Gipfel oft bis auf über 4500m grün. Wir starten in den ersten Trail, welcher sich abwechselnd durch Wiesen und Steinpassagen schlängelt. Im Tal am Fluss Vilcanota angekommen, haben wir ein breites grinsen im Gesicht. Der Shuttle bringt uns zum nächsten Ausgangspunkt. Über Wiesen und durch wohlriechende Eukalyptuswälder führt uns der Trail zur Überraschung des Tages. Wir besuchen eine Bauernfamilie und bei der Begrüssung werden wir gleich umarmt und herzlich empfangen. Die Peruaner sind offen und scheuen den Kontakt nicht. Wir essen gemeinsam Mittag und es gibt eine leckere Quinoa-Suppe, Kartoffeln mit Gemüsepuffer und Meerschweinchen. Es schmeckt ähnlich wie Kaninchen, aber nicht ganz so zart. In Peru leben Meerschweinchen in der Küche und essen Rüstabfälle vom Gemüse direkt vom Boden.

Am zweiten Biketag bringt uns der Shuttle in ein abgelegenes Tal in den Anden und auf 4300m kommen wir in ein kleines Dorf, welches märchenhaft auf ein Hochplateau liegt. Der Inkatrail fährt sich mal flowig, mal ruppig und technisch, aber immer mit hohem Spassfaktor.

In Peru macht nicht nur Mountainbiken Lust auf mehr, auch die Küche hat sehr viel zu bieten. Dass Peru in den Rankings der besten Küche weltweit die Nummer eins ist, wusste ich vor dieser Reise nicht. Der Salat wird uns mit Blumen verziert serviert und die hausgemachten Süsskartoffel-Ravioli bieten ein Geschmackserlebnis vom Feinsten. Wer Fisch mag wird hier nicht enttäuscht und das traditionelle Fischgericht «Ceviche» schmeckt hier besonders lecker.

Heute fahren wir auf einem echten Inkatrail, welchen die Anhänger um ihren damaligen Herrscher nutzten, um zu ihrer Sommerresidenz zu gelangen. Der Trail ist abwechslungsreich und eines der Highlights. Wir besichtigen die Ruinen von Huchuy Qosqo (in Quechua «kleines Cuzco»), eine ehemalige Sommerresidenz aus dem 15. Jahrhundert vom damaligen Inkaherrscher Pachacutec.

Die Tage gehen abwechslungsreich weiter und ein Pumptrack mitten im Agrarland führt uns zu den Salineras. Hier entspringt eine Quelle mit warmem Salzwasser. Wir besichtigen das Salzwerk und lassen uns von den einheimischen zeigen, wie das kostbare Salz hergestellt wird.

Wir nähern uns dem Macchu Pichu und sind nun in Ollantaytambo. Ein schmuckes und authentisches Städtchen mit vielen spannenden Nebengässchen. Heute starten wir mit dem Shuttle in ein bekanntes Seitental im Urubambatal. Unser Ausgangspunkt liegt auf 4300m und wir geniessen den Ausblick in dieses Tal mit ihren saftig grünen Wiesen. Eine Frau mit traditionellem Kopfschmuck, verziert mit echten Blumen, beobachtet ihre Alpacas auf der Wiese. Unsereins starten in den Trail. Heute ein bisschen sumpfig, aber flowig führt er talabwärts. Unterwegs machen wir Mittagspause und wir essen bei einer Bauernfamilie Mittag. Dieser Austausch ist für uns sehr bereichernd und spannend. Nach dem Mittagessen dürfen wir ein wahres Trail-Feuer erleben. Wir sind baff, einfach genial.

Aus zeitlichen Gründen lassen wir den Besuch von Macchu Pichu aus. Mit den Gästen werden wir diese eindrücklichen Ruinen sicher besuchen. Versprochen!

Auch rund um Cuzco gibt es Trails. Und wir haben sie gefunden. Die einen enden direkt beim Plaza de Armas, welchen wir abends besuchen. Wo früher Machtkämpfe ausgetragen wurden, finden heute Tänze und Feste statt. Wir gesellen uns zur einheimischen Bevölkerung und schauen Tänze und Beiträge von jungen Tanzgruppen. Die Stimmung ist fröhlich und herzlich. Ganz peruanisch.

Am nächsten Tag starten wir eine dreitätige Expedition. Mit Mauleseln, Zelt, Bike und dem nötigsten Gepäck starten wir zum Fusse vom fünfthöchsten Berg von Peru, dem Ausangate. Camping an einem einsamen See und Frühstück an der Morgensonne. Uns geht es gut.

Wir kehren nach Cuzco zurück und die Reise wäre hier offiziell bereits zu Ende. Nicht aber für uns auf der Reko-Tour. Wo ist denn nun der Himalaya von Südamerika? Wir fahren nach Huaraz. Hier liegt die Cordillera Blanca und wir suchen nach Trails. Anfangs läuft es ein wenig harzig und die Trails sind zu anspruchsvoll, die Uphills zu lang und die Downhills zu kurz. Das haben wir aber bald im Griff und wir gelangen an die richtige Person. Es gibt sie, die Trails mit der richtigen Mischung aus Flow und Technik. Und dazu eine atemberaubende Sicht auf die ganze Cordillera Blanca mit ihren imposanten Fünf- und Sechstausender.

Wir starten ins Llanganucco-Tal und die nächsten zwei Tage bewegen wir uns rund um den höchsten Berg Perus, den Huascaran mit 6768m. Türkisgrüne Seen und Schneebergen begleiten uns diese zwei Tage auf den Trails. Mit Worten schwer zu beschreiben was wir hier erleben dürfen.

Wer nach Peru reist, dem können wir wärmstens empfehlen, die Reise zu verlängern und auch Huaraz zu besuchen.

Für uns geht es nun zurück nach Lima und wir haben noch vier Tage Zeit unsere Eindrücke zu verarbeiten und die Reise ins Detail zu planen. Während diesen vier Tagen findet auch noch ein Downhillrennen der peruanischen Downhillmeisterschaft  statt und wir schauen den peruanischen Cracks zu. Die Kulisse ist einmalig, ist der Zielsprung doch direkt an der Küste.

Wir fliegen zurück in die Schweiz und entstanden ist eine Reise, die wir jedem Mountainbiker der auf gute Trails steht, gutes Essen mag und Kontakte zur einheimischen Bevölkerung schätzt, sehr empfehlen können.


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